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1. Inklusiver Sporttag

 

„Gemeinsame Grenzen überwinden“

 

Unter diesem Motto veranstaltete das Juniorteam der Sportjugend Northeim-Einbeck am 20. Juni 2015 einen inklusiven Sporttag in der Schuhwallhalle in Northeim. Motiviert durch dieses Motto trafen sich 30 Jugendliche mit und ohne Behinderung, um in den beiden Workshops Blindenfußball und Rollstuhlbasketball Grenzen zu überwinden. „Ich studiere zurzeit Lehramt, das heißt ich werde in meiner beruflichen Zukunft immer wieder mit Inklusion in Kontakt kommen. Leider wird das Thema im Studium viel zu wenig behandelt, sodass ich den Sporttag des Juniorteams nutze, um Erfahrungen zu sammeln“, so der Teilnehmer Hauke Huhnoldt.

 „Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Sinne im Blindenfußball an die neuen Gegebenheiten anpassen“, so Alena Rohr über ihre ersten Erfahrungen mit dem Blindenfußball. Angeleitet wurde dieser Workshop von Werner Nordlohne, dem Trainer der Blindenfußballer von Eintracht Braunschweig. Zusammen mit drei Spielern demonstrierte er immer wieder, zu welchen Leistungen die Blindenfußballer fähig sind. „Es ist schon unglaublich, wenn die Blindenfußballer jede Körperbewegung durch ihren Hör-Sinn antizipieren und auf einmal immer wieder vor dir stehen“, so Alexander Germerott, der selbst seit vielen Jahren Fußball spielt.

Den zweiten Workshop boten die Rollstuhlbasketballer des ASC Göttingens von 1846 e.V. an. Nach ersten Testläufen mit den Rollstühlen ging es für die Teilnehmer auch gleich zur Sache. Vom Fang‑Spiel bis zum abschließenden Match sammelten die Jugendliche viele neue Erfahrungen. „Es macht einfach so viel Spaß und es ist einfach so viel möglich“, so Phakrudi Bunyang.  Beeindruckt zeigten sie die „Fußgänger“ vor allem von den vielen Tricks und unglaublichen Bewegungen der Profis.

Zum Abschluss des Tages fand eine Podiumsdiskussion zum Thema Sport und Inklusion im Landkreis Northeim statt. Hier war neben den Referenten Werner Nordlohne  (Blindenfußball) und Toni Dittmar (Rollstuhlbasketball) Niedersachsens Sportler des Jahres 2015, der Monoskifahrer Björn Behnke eingeladen. Die politische Seite wurde durch Lukas Seidel, inklusionspolitischer Sprecher der CDU in Northeim, Michael Till, Vorsitzender des Behindertenbeirats des Kreises Northeim, und Peter Traupe als Kreistagsvorsitzenden  vertreten. Die Diskutanten waren sich einig, dass das Thema Inklusion nicht durch die alleinige Vorgabe von Richtlinien gestaltet werden kann, sonder in aller erster Linie in den Köpfen der Menschen beginnt. Das Juniorteam nahm den Auftrag an, sich auch zukünftig mit dem Thema Inklusion zu beschäftigen. Dabei forderte Maximilian Germerott als Vertreter des Juniorteam die Unterstützung seitens der Politik, aber auch der Öffentlichkeit. „Wir wollen die Menschen im Landkreis Northeim in diesem Thema weiter sensibilisieren,  um den inklusiven Gedanken in Köpfen zu verbreiten. Dafür brauchen wir natürlich Unterstützung. Denn nur so können wir alle gemeinsame Grenzen überwinden.“